Jun 27

Firefox 3.0 – ein Browser startet durch

Category: Internet, Software

Genau 10 Tage ist es her, als die endgültige 3er Version zum Download freigegeben wurde. Dass die Server telweise unter der Last der Anfrage zusammen brachen, ist sicherlich auf das Marketing zurück zu führen: Mozilla peilte einen Download-Weltrekord für das Guinness-Buch der Rekorde an.

Nach 10 Tagen Nutzung der neuen Version kann ich nur bestätigen, dass Mozilla mit der neuen Version wirklich ein Qualitätssprung gelungen ist. Wer Mozilla Firefoxnoch immer mit dem IE von Microsoft oder einer älteren Version des Mozillas Internet unterwegs ist, sollte sich diesen Browser als (die bessere) Alternative einmal anschauen.

Der “Feuerfuchs” ist neben Windows auch für Linux und Mac OS X verfügbar, der Download aller drei Varianten in deutsch ist über diese Adresse möglich: http://www.mozilla-europe.org/de/ .

Die Installation ist problemlos einfach, lediglich Benutzer der Vorgängerversion müssen diese nach Start der Installationsroutine beenden. Wobei generell gilt, bei der Installation neuer Programme alle anderen Anwendungen sicherheitshalber zu schließen. Persönliche Daten, wie Passwörter, Lesezeichen, Einstellungen, Chronik u.s.w. übernimmt Mozilla 3.0 automatisch aus der Vorgängerversion – wer vm IE auf Mozillas Firefox umsteigt, kann diese Daten mit der Importfunktion in Firefox übernehmen.

Die Vorgängerversion zeichnete sich unter anderem  durch die große Zahl von Erweiterungen (Add-ons) aus, die alle nur denkbaren Zusatzfunktionen übernehmen. Leider ist – zumindest bis jetzt – nicht jeder dieser kleinen Helfer mit Firefox 3 kompatibel. Ein Thema, dass jedoch den “normalen Internetnutzer” kaum tangiert, sondern eher die professionellen Anwender.

Ein Add-ons (das mit dem 3er Browser bestens funktioniert) ist besonders zu empfehlen: „No Script“ von Giorgio Maone. Dieses unterbindet das Ausführen von Javascript, Java, lästigen Flash-Animationen und gefährlichem Cross-Site-Scripting ohne spürbare Komforteinbußen. Es zeigt am unteren rechten Bildschirmrand, dass und welche Inhalte gerade blockiert werden. Auch kann man vertrauenswürdige Seiten entweder vorübergehend oder permanent in eine Positivliste aufnehmen.  Die Adresse zum Download: http://noscript.net/ .

Doch zurück zum Browser selbst.  Viele Veränderungen bzw. Verbesserungen stecken unter der Oberfläche und sind auf dem ersten Blick nicht zu erkennen – andere wiederum fallen sofort auf bzw. in Auge.

Was sofort auffällt, ist – auch bei leistungsstarken Rechnern – der geringere Ressourcenbedarf  und die spürbar höhere Geschwindigkeit. “Unsere Benchmark-Tests zeigen, dass Firefox 3 durch die neue Gecko-1.9-Engine ca. zwei bis drei Mal so schnell wie sein Vorgänger und gar 9,3 Mal schneller als Microsofts Internet Explorer 7″ – sagen die Mozilla-Entwickler. Egal, wie hoch der Faktor tatsächlich ist – der Performance-Gewinn ist spürbar.

Ein weiterer Pluspunkt: Webseiten können nunmehr zusammen mit den Grafiken aufgezoomt werden (STRG + +). Bislang wurde nur der Text gezoomt, das Ergebnis waren oft fragmentierte Webseiten.

Neu und gut ist des weiteren die URL-Verwaltung: Firefox prüft, ob die Adresse oder Teile von ihr in bereits besuchten Internetseiten auftreten und bietet entsprechende Vorschläge in einem Drop-Down-Menü an. Mit einem Mausklick auf das Sternchen am rechten Rand der Adressleiste kann man ein Lesezeichen für eine Webseite setzen. Ein zweiter Klick auf den Stern erlaubt es, zusätzliche Schlagworte für das Lesezeichen einzugeben, nach denen sich wiederum die Lesezeichen gruppieren lassen. Dabei sind die Lesezeichenverwaltung und die Chronik der besuchten Seiten sind nun in einem Modul zusammengefasst und als Datenbank gespeichert.

Ein großes Augenmerk  legten die Entwickler auf das Thema Sicherheit. So wurde ein neuer Malware- und Phishing-Schutz installiert, der das Laden verseuchter Seiten von vornherein verhindert. Die lokal auf dem Computer gespeicherte Blacklist wird alle 30 Minuten aktualisiert und wird von Google bzw. dem Anti-Malware-Projekt Stopbadware.org http://www.stopbadware.org zur Verfügung gestellt. Ein weiteres Sicherheitsfeature findet sich mit der ID-Überprüfung von Webseiten auf der linken Seite der Adressleiste. So kann der User mit einem einfachen Klick überprüfen, mit wem man online verbunden ist. Stellt die Seite verifizierte Informationen zu ihrer Identität zur Verfügung, zeigt Firefox den Namen der Organisation in der Adresszeile an. Acuh erfolgt eine übersichtliche Darstellung, wie oft man eine Seite aufgerufen hat, ob Cookies angelegt oder ein Passwort gespeichert wurde. Dies kann vor allem beim Verdacht auf manipulierte Seiten helfen.

Eine Torte für die EntwicklerViele weitere Argumente, die für den Firefox 3.0 sprechen, könnte ich an dieser Stelle noch aufführen. Aber warum nicht einfach einmal testen? 18% der Internetnutzer nutzten bislang den Browser – gegenüber 74%, die den (mit Windows vorinstalliertem) IE einsetzen. Viel zu wenige, wie ich finde.

Vielleicht war das auch der Grund, weshalb Microsoft eine Torte sandte mit der süßen Aufschrift “Alles Gute zur Auslieferung. Herzlichst, Euer Team vom Internet Explorer” (Foto: Mozilla Foundation).




myby.de


2 comments

2 Comments so far

  1. Kopfschüttler Juni 27th, 2008 21:36

    Ist super, das Ding.
    Nur eine Info vielleicht: man sollte tunlichst vor einem Upgrade alles Plugins und Sprachpakete entfernen.
    Tut man´s nicht, kann man sich damit das gesamte Firefox-System zerlegen, bei dem auch Neuinstallation nichts mehr hilft. Mir und zwei Kollegen so passiert…
    OK, der Safe-Modus hat uns dann ermöglicht, noch alles zu entfernen; aber es hat ewig gedauert.

    Berücksichtigt man diese Voraussetzungen, ist Firefox 3 eine echte Innovation.

  2. Matthias Mehnert Juni 27th, 2008 22:28

    Obwohl mir das nach nunmehr fünf Installationen unter XP und Vista noch nicht passiert ist, Danke für den Hinweis.

    Das Setzen von Wiederherstellungspunkten und Anfertigen eines Backups sind sicher weitere erwähnenswerte Maßnahmen für Installationen aller Art…

    Bleibt zu hoffen, dass Mozilla nun endlich den wirklichen Durchbruch schafft…

    Grüße nach Bremen,
    Matthias Mehnert